Recap: Work Smart Talk zum Thema Achtsamkeit

von Anna Wolf

Wir sind direkt mit Vollgas ins neue Jahr gestartet. Und mit uns über 30 interessierte und aktive Gäste beim ersten Work Smart Talk 2020. Im Bauteil-A Innovation-Lab der BITMARCK in Essen haben Charlotte Kreft und Stefan O. Berns mit tollen Impulsen zum Thema Achtsamkeit für eine perfekte Diskussionsatmosphäre gesorgt.

Dem bewährten Aufbau unseres Work Smart Talks folgend sind die Referenten mit einem Pitch in die Eröffnungsrunde gegangenen.

Der Pitch

Charlotte Kreft, New Ways of Working Consultant bei innogy, zertifizierte Lean & Change Beraterin und Achtsamkeitstrainerin, ist überzeugt: Achtsamkeit minimiert keinen Stress, sondern zeigt, wie man besser damit umgehen kann. Und Achtsamkeit ist keine Methode, sondern eine Lebenseinstellung. Veränderung fängt immer bei einem selbst an – aus dieser systemischen Grundhaltung müssen eigene Denk- und Verhaltensmuster hinterfragt werden, um eine persönlich sichtbare Veränderung voranzutreiben. Veränderung ist eine Konstante in der heutigen Arbeitswelt und die Auseinandersetzung damit kann auf vielfältige Art und Weise passieren. Nur wer Veränderung vorlebt, wird Veränderung bei anderen erleben und anstoßen.

Für Stefan O. Berns, Systemischer Business Coach und Mentaltrainer gilt: Egal ob in der Wirtschaft oder im öffentlichen Dienst: Menschen beschäftigt das gleiche Thema. Und dabei reicht das theoretische Wissen über Achtsamkeit nicht aus, um mit komplexen Situationen und Herausforderungen besser – anders – sinnvoller umzugehen. Das WIE ist das entscheidende. Und dazu gehört neben dem reinen Wissen das Gefühl für den eigenen Weg. Selbstempathie ist sein Fokus. Wer in der Lage ist, sich in sich selbst hinein zu versetzen, der ist auch in der Lage auf sich und seine Bedürfnisse zu achten, sie zu offenbaren und aktiv zu vertreten, wenn nötig zu verteidigen.

Die Diskussion

Dass diese beiden Denkanstöße ein idealer Nährboden für die anschließende Diskussion waren, muss wohl kaum noch besonders erwähnt werden. Wir wissen alle um die (Arbeits)welt im Wandel, in der wir uns bewegen, um Stresssituationen, Veränderungsdruck, Überforderung auf der einen Seite und um die Vorsätze – gerade zum Jahresbeginn – zu mehr Ruhe, Gelassenheit, Fokussierung auf der anderen. Achtsamkeit eben.

Und damit lassen sich die Erkenntnisse aller Teilnehmer fast schon in 10 Achtsamkeitsregeln festhalten. Passend zu unserer Work Smart Vision einer wertschätzenden Umgebung auf Augenhöhe.

Die Achtsamkeitsimpulse

  1. Achtsamkeit ist keine Stressprävention, sondern eine Haltung, bei der es darum geht die individuellen Signale zu erkennen.
  2. Empathie gegenüber anderen muss die Empathie sich selbst gegenüber unbedingt einschließen.
  3. Stress wirkt durchaus positiv und treibt zu Höchstleistungen an. Die individuelle Dosierung ist ebenso entscheidend wie Pause und Ausgleich.
  4. Nur wer seine Grenzen kennt und sie auch kommuniziert kann Achtsamkeit und Empathie auch von seiner Umgebung erwarten und erfahren.
  5. Achtsamkeitsübungen wie etwa das richtige Atmen, mentales Training und Reflexion müssen als feste Rituale im Alltag ihren Platz finden, um nicht in entscheidenden Momenten unterzugehen.
  6. Kleine Hacks lassen die Situation nicht eskalieren: Handypause, achtsam Auto fahren, feste Arbeits- und Regenerationsblöcke, Mailzeitfenster…
  7. Langeweile zulassen!
  8. Work Life Balance individuell prüfen und definieren: Wo liegt der Unterscheid zwischen Balance und ständiger Erreichbarkeit? Wo liegt meine Grenze und habe ich diese deutlich kommuniziert – mir selbst und meinem Umfeld gegenüber?
  9. Bin ich selbstbestimmt? Bin ich selbstbewusst und mir meiner selbst bewusst?
  10. Es bedarf viel Übung, um Achtsamkeit im eigenen Leben zu integrieren, aber es lohnt sich!

Achtsame Arbeitswelt

Immer mehr Unternehmen erkennen Achtsamkeit als Teil ihrer Unternehmens- und Führungsphilosophie an. Dazu gehört auch, dass Menschlichkeit und Vertrauen zentrale Elemente funktionierender Beziehungen, Teamstrukturen und einer aktiven Gesellschaft sind. Achtsamkeit heißt nicht, dass es allen immer gut geht.

Achtsamkeit bedeutet Eigenverantwortung zu übernehmen und als Ergebnis dessen leistungsfähig und motiviert zu sein. Je mehr jeder einzelne sich in die Verantwortung nimmt, desto eher durchdringt dies auch Team- und Arbeitsstrukturen. Umfeldbedingungen seitens der Unternehmen können hier als positive Verstärker wirken.

Wir haben gemeinsam zu Beginn des Jahres tief und intensiv durchgeatmet. Danke an die Referenten Charlotte und Stefan und an alle Gäste!

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