„Was ist mir wichtig und warum?“ – Werte als Basis zur Potenzialentfaltung im Unternehmen

 

Werte – unsere Motivatoren

Wertvorstellungen, kurz Werte sind Aspekte, die uns im Leben besonders wichtig sind. Sie beeinflussen unsere Glaubenssätze sowie Denk- und Verhaltensmuster. Unsere präferierten Werte sind somit unsere inneren Antreiber und Motivatoren. Diese sind geprägt vom sozialen Umfeld und den individuellen Erfahrungen. Jeder Mensch hat höchste Werte, die ihm besonders wichtig sind, wie zum Beispiel Selbstwirksamkeit, Sicherheit und Nächstenliebe.

Nur wenn die eigenen Wertevorstellungen in allen Lebensbereichen ausgelebt werden können, können wir glücklich sein und unsere individuellen Potenziale entfalten. Voraussetzung dafür ist, dass wir uns unserer Werte bewusst sind „Was ist mir im Job oder im Privaten besonders wichtig? Warum sind mir diese Aspekte besonders wichtig? Wann fühlt sich etwas gut für mich an? Welche Werte haben eine größere Bedeutung als andere für mich?“ Wer diese Fragen für sich beantworten kann, kann erkennen in welchen Lebensbereichen die eigenen Werte bereits ausgelebt werden. Gibt es Umfelder, in denen die gelebten Werte von den eigenen abweichen, empfiehlt es sich hier Veränderungen anzusetzen, um das eigene Wohlbefinden zu steigern.

 

Hochglanzbroschüren verkörpern selten die Werte eines Unternehmens

Im Rahmen von Employer Branding Kampagnen, Change Projekten oder Kulturprogrammen beschäftigen sich inzwischen viele Arbeitgeber mit der Frage nach ihrer Mission, der eigenen Identität und Daseinsberechtigung als Unternehmen. Ziele dieser Maßnahmen sind meist das Wohlbefinden der Mitarbeiter und ihre Identifikation mit dem Unternehmen zu steigern und nach innen und außen zu einem attraktiven Arbeitgeber zu werden. Unabhängig davon welche Mission oder Vision definiert wird oder womit sich ein Unternehmen identifiziert, dahinter steht immer eine bestimmte Wertevorstellung. Aspekte, die einen antreiben die gesetzten Ziele zu erreichen und aus denen sich das Handeln ableitet. Somit ist es sinnvoll aus der Unternehmensvision auch passende Werte abzuleiten, und diese in Strukturen, Arbeitsabläufen und Verhalten der Mitarbeiter zu etablieren. Die zu geltenden Werte werden allzu oft in der Führungsetage beschlossen. Die Unternehmensleitung definiert Leitsätze, druckt diese in einer Hochglanzbroschüre ab und fertig ist der geplante Kulturwandel oder die Recruiting Kampagne.

Dass dieses Vorgehen wenig zielführend ist, ist weitläufig bekannt. Doch warum ist es dennoch sinnvoll sich für eine nachhaltige Veränderung, hin zu einem attraktiven Arbeitgeber, mit den eigenen Werten als Unternehmen zu beschäftigen? Ein besseres Verständnis über die Bedeutung von Werten in Veränderungen gibt die Pyramide neurologischer Ebenen nach Robert Dilts. All unser Denken und Handeln wird von den individuellen Facetten unserer Persönlichkeit beeinflusst, die auf die verschiedenen Ebenen der Pyramide zugeordnet werden können. Die verschiedenen Aspekte wirken sich dabei auch auf die jeweils tieferen Ebenen aus.

Neurologische Ebenen nach Robert Dilts

Abb.1: Neurologische Ebenen nach Robert Dilts

Quelle: eigene Darstellung in Anlehnung an Robert Dilts (2015)

 

Wir alle streben nach einer Zugehörigkeit im Leben, was die oberste Ebene in der Pyramide bildet. Hier geht es um unsere berufliche, familiäre, gesellschaftliche oder auch religiöse Zuordnung. Was ist der Sinn des Lebens? Was für ein Mensch bin ich? Daraus ergibt sich unsere Identität. Auf diesen Metaebenen bilden sich auch Vision und Mission von Unternehmen ab. Doch damit allein lässt sich die Zugehörigkeit von Mitarbeitern zum Unternehmen und deren Bindung nicht gewinnen. Denn aus einer Mission leiten sich individuelle Werte ab. Die vorhandenen Strukturen und Verhaltensweisen im Unternehmen spiegeln die tatsächlich gelebten Werte wider. Diese gleicht der Mitarbeiter bewusst oder unbewusst mit den eigenen Wertvorstellungen ab. Daraus ergibt sich bei Übereinstimmung ein entsprechendes Wohlbefinden oder negative Emotionen, wenn es starke Differenzen zu den höchsten eigenen Werten gibt. Die Summe an Erfahrungen, die wir mit einem Unternehmen machen, lassen uns die tatsächlich gelebten Werte erfahren. Es ist irrelevant welche Werte ein Unternehmen nach außen kommuniziert, mit der Zeit erleben die Mitarbeiter die real geltenden Wertevorstellungen automatisch. Daher ist es auch essentiell für ein gemeinsames Zielbild der Wertvorstellung im Unternehmen, die Mitarbeiter und ihre verschiedenen Persönlichkeiten miteinzubeziehen.   

 

Wie ich meine Werte erkannt habe

Ich war drei Jahre in der Personalentwicklung tätig. Dabei habe ich mit Unternehmen zusammen Weiterbildungsprogramme aufgesetzt, individuelle Maßnahmen konzipiert und Trainer mit entsprechender Expertise ausgesucht. Ziel der durchgeführten Seminare, Workshops und Coachings war es meist eine Verhaltensveränderung bei Mitarbeitern und Führungskräften herbeizuführen. Hierfür wurden verschiedenste Themen geschult und Kompetenzen weiterentwickelt, wie beispielsweise Gesprächsführung, Umgang mit Konflikten, Zeit- und Selbstmanagement und Achtsamkeit. Doch die nachhaltige Wirkung dieser Maßnahmen war nicht immer gegeben und die gewünschten, weitreichenden Veränderungen traten selten ein.

Mit Blick auf die Dilts Pyramide zeigt sich, dass diese Maßnahmen nur auf der unteren Ebene der Persönlichkeit wirken. Nicht immer brauchen wir neue Fähigkeiten, um eine Veränderung herbeizuführen. Die notwendigen Ressourcen stecken vielfach bereits in uns, doch andere Gegebenheiten stehen uns bei der eigenen Entfaltung im Weg. Zum Beispiel Glaubenssätze, wie „ich kann das nicht“ oder Werte, die uns persönlich wichtig sind aber in den vorhandenen Strukturen unterdrückt werden. Meine erste Erkenntnis daraus: Um nachhaltige Veränderungen in Unternehmen umsetzen zu können, ist eine ganzheitliche Betrachtung von Systemen und Menschen in Unternehmen erforderlich. Personalentwicklung ist dabei eine wichtige Komponente aber kann nicht der alleinige Schlüssel sein.

Somit stellte sich mir die Frage: Was will ich zukünftig machen? Weiterhin wollte ich mit Menschen arbeiten, mich stetig weiterentwickeln und Unternehmen bei Veränderungen begleiten – so viel war klar. Bei bisherigen Arbeitgebern konnte ich meine Fähigkeiten einsetzen und empfand viel Begeisterung für meine Aufgaben. Dennoch war mir bald klar, dass die Möglichkeiten zu meiner eigenen Entfaltung und persönlichen Entwicklung eingeschränkt sind und das jeweilige Arbeitsverhältnis nur ein paar Jahre halten würde. Was konnte ich somit bei der Arbeitgebersuche diesmal anders machen? Wie finde ich ein Unternehmen, mit dem ich mich langfristig Identifiziere und meine Potenziale bestmöglich entfalten kann? Die zweite Erkenntnis kam beim Blick auf die neurologischen Ebenen: Meine Wertevorstellung und die meines Arbeitgebers sollten bestenfalls identisch, aber wenigstens nicht konträr sein.

Wertevorstellungen, höchste Werte, innere Antreiber und Motivatoren mögen hilfreich sein, jedoch war mir zum damaligen Zeitpunkt gar nicht bewusst, wie diese Facetten bei mir ausgeprägt sind und wie ein für mich passender Arbeitgeber sein sollte. Im Rahmen meiner Coaching Ausbildung lernte ich dann, die richtigen Fragen zu stellen und meine Wertevorstellungen spürbar zu machen. Nun wurde deutlich, was für mich in meinem Job und im Leben bedeutsam ist. Und warum mir diese Aspekte besonders wichtig sind. Die dritte Erkenntnis: Ich bin (Identitätsebene) eine Potenzialentfalterin, für mich selbst und andere. Besonders wichtig (Werte) ist mir, dass der Mensch und sein Wohlbefinden für den Arbeitgeber im Fokus stehen. Bei meiner Arbeit verknüpfe ich moderne Ansätze mit wissenschaftlicher Expertise für eine ganzheitliche und lösungsorientierte Herangehensweise. Um meine Potenziale in Gänze entfalten zu können, sind für mich eine offene Haltung der Führung und ein wertschätzendes Miteinander im Team wesentlich.

 

Work Smart als meine neue Aufgabe

Mit meiner neu gewonnenen Klarheit darüber, was mir persönlich im Privaten und im Job wichtig ist, machte ich mich auf die Suche. Doch den passenden Arbeitgeber finden zu können, setzte voraus, dass dieser auch weiß wofür er steht. Nach dem Sichten zahlreicher hochglanzpolierter Firmenwebseiten, auf denen die eigenen Werte propagiert wurden, um dann schnell beim Stöbern durch Bewertungsportale festzustellen, dass die Realität oft noch stark abweicht, stieß ich auf die Firma migosens. Der Mensch und ich als potenzieller neuer Mitarbeiter stand hier von Anfang an im Fokus. So ist beispielsweise ein Gespräch mit den Teamkollegen fester Bestandteil im Bewerbungsprozess. Dabei konnte ich ins Team reinschnuppern und die real gelebten Werte erkunden.

Auch die anstehende Aufgabe weckte meine Leidenschaft. Der Bereich Work Smart begleitet Unternehmen bei einem nachhaltigen Kulturwandel, um ungenutzte Potenziale zu entfalten und die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Wesentlich dabei sind die ganzheitliche Betrachtung von Systemen, Teams und den Individuen in einer Organisation sowie ein wissenschaftlich fundiertes und strukturiertes Vorgehen. Ich erkannte, hier werde ich mich mit meinen bisherigen Erfahrungen und vorhandenen Kompetenzen aus internationalen Projekten, wissenschaftlichen Analysen sowie Personal- und Organisationsentwicklung erfolgreich einbringen können. Zugleich waren Arbeitsweisen und die Rahmenbedingungen stimmig für mich und deckten sich mit dem, was mir persönlich im Arbeitsleben wichtig ist. Heute arbeite ich mit Begeisterung als Consultant Work Smart und freue mich auf eine gemeinsame Zukunft mit der migosens GmbH.

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