New Work Salon meets Fireside Chat Ruhr – Ein Rückblick

von Redaktion

Was wäre, wenn Arbeit nicht wie Arbeit wäre? Die Arbeitswelt, wie wir sie kennen, zu hinterfragen, war Thema des ersten New Work Salons im Ruhrgebiet in Kooperation mit dem Fireside Chat Ruhr am 7. März 2019 in den Räumen bei der migosens GmbH.

Zusammen mit Inga Höltman, Initiatorin des New Work Salons und Gründerin der Accelerate Academy, und Maike Küper, Expertin im Bereich Design Thinking und Innovation, diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, wie man Arbeit verändern könnte.

Das besondere Konzept beim New Work Salon: Nach einem kurzen Impuls durch Moderatorin und Referentin erarbeiten die Teilnehmer in kleinen Gruppen unterschiedliche Themenschwerpunkte.

Das gewohnte Arbeitsumfeld disruptieren

"Sammelt Dinge, die es in Eurem Arbeitsumfeld schon immer gab und die ihr gerne disruptieren möchtet", lautete die Einstiegsaufgabe für die Teilnehmer. Nach nur wenigen Minuten war die Wand voller Post-it-Notizzettel mit Ideen. Aus diesem Fundus wurden drei Themenschwerpunkte ausgewählt, die die Teilnehmer in Kleingruppen unter folgenden Fragestellungen erarbeiteten:

  • Worin besteht die bekannte Struktur?
  • Warum ist das so?
  • Wie kann man Veränderung schaffen? Dabei durfte ausdrücklich um die Ecke und innovativ gedacht werden.

Die Resultate aus den drei Gruppenarbeiten wurden im Anschluss im Plenum zusammengetragen. Das sind die Ergebnisse:

Thema 1: Entscheidungen im Unternehmen

In einer Gruppe wurde die meist hierarchische Entscheidungsfindung in Unternehmen kritisch hinterfragt und intensiv diskutiert, was einen kompetenten Entscheidungsträger ausmacht. Daraus haben sich die folgenden Resultate ergeben:

  • Es sollte nicht einen verantwortlichen Entscheider geben, heute in der Regel einer oder mehrere Führungskräfte.
  • (Mit-)Entscheider sollten die Mitarbeiter sein, die auch die Konsequenz der Entscheidung zu tragen haben. Beispiel "Maschinenkauf": Hier sollten auch der Mechaniker, der diese bedient, der Konstrukteur, der die Produktion plant und der Vorarbeiter, der den Workflow plant, mitentscheiden können.
  • Im Sinne einer Fehlerkultur sollte es möglich sein, dass Entscheidungen revidiert werden.
  • Als Konsequenz daraus sollte auch die Karriere nicht sofort als gescheitert gelten, wenn ein Projekt eingestellt wird, weil es nicht mehr effizient oder zielführend ist.

Thema 2: Vom Ego zum Öko-Leadership

Die zweite Gruppe tauschte sich intensiv über ein zeitgemäßes Führungsverhalten und den Stellenwert des Faktor Mensch im Unternehmen aus. Folgende Grundlagen für eine moderne Form der Zusammenarbeit haben sich daraus ergeben:

  • Führung dient nicht dazu, die eigenen Interessen voranzustellen und durchzubringen.
  • Führung soll Mitarbeiter befähigen, den Unternehmenszweck und Ziele umzusetzen und zu fördern.
  • Dabei sind Mitarbeiter und Unternehmen als Ökosysteme mit individuellen Bedürfnissen zu betrachten.
  • Für die Realisierung müssten Zielvereinbarungen von Führungskräften neu ausgerichtet werden: Weg von Zahlen, Daten, Fakten – hin zur Entwicklungsförderung des Teams.
  • Auch die vorhandenen hierarchischen Strukturen sind neu zu denken.

Thema 3: Arbeitszeit & 40-Stunden-Woche

Die dritte Gruppe stellte aktuelle Arbeitszeitmodelle und fest definierte Stundenzeiten auf den Kopf und hat folgendes erarbeitet:

  • Gute Arbeit definiert sich nicht über die Anzahl der Wochenstunden oder die Anwesenheit im Büro.
  • Arbeitsleistung ist an Ergebnissen und unabhängig von Raum und Zeit zu bewerten.
  • Voraussetzung ist ein ausgeprägtes Vertrauensverhältnis zwischen Mitarbeitern und Führungskraft. Außerdem müssen Führungskräfte Kontrolle abgeben, bzw. nicht Anwesenheiten kontrollieren, sondern die Ergebnisse.
  • Die Wege der Zusammenarbeit auf Distanz sind andere als im Büro und müssen daher neu gedacht und mit entsprechender technischer Infrastruktur unterstützt werden.

Fazit des Abends: vertrauensvolle und tiefgründige Diskussionen

Die erste New Work Salon meets Fireside Chat Ruhr Veranstaltung hat die Teilnehmer dazu angeregt und inspiriert, auch mal über den Tellerrand zu blicken, Altbekanntes neu zu denken und den Mut aufzubringen einfach mal etwas anderes auszuprobieren.

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