My Home is my Castle – Insights aus dem wahren Leben im Homeoffice

Remote können wir – das wussten wir schon vor Corona und das Arbeiten in verteilten Teams war bei uns nichts ganz Neues – außer vielleicht in der „Absolutheit“, dass wirklich alle separiert (aber nicht distanziert!) voneinander waren.

Die neuen Herausforderungen waren andere – Kinder zuhause, Wochenenden fast gleichförmig, kein schneller Gang zur Currywurstbude um die Ecke und überhaupt viel weniger Bewegung.


Darum haben wir unsere bisherige Arbeitsweise, die „normaler Weise“ von einem Wechsel der Arbeitsorte geprägt ist, um ein Buddy-Programm ergänzt. Hier kümmert sich immer ein Kollege oder eine Kollegin speziell um eine/n andere/n, hört nach wie es läuft, fragt nach Unterstützungsbedarf oder verabredet sich einfach auf einen Kaffeeplausch – auch mal ungeplant.

Nach nunmehr 10 Wochen gibt unser Team Einblicke in die „wahren“ Homeoffice Challenges:

 

Challenge #Homeschooling

#1 - Das war in der Tat nicht ganz so einfach, da die Schule anfangs auch nicht auf die Situation eingestellt war. Aufgaben kamen nur langsam und dann meist nur Wiederholungsaufgaben. Mittlerweile hat sich das alles ein bisschen eingespielt. Die schönste Überraschung war natürlich, dass man so viel Zeit mit der Familie hat.

#2 Gerade zu Beginn der Homeschooling-Phase waren das fehlende technisch Know-How verschiedener Lehrer/innen sowie unterschiedliche technische Ausstattungen der Schüler ein Problem. So war die Intensität der Wissensvermittlung unserer Wahrnehmung nach in wesentlichen Teilen abhängig von den „Computerkünsten“ der einzelnen Lehrer/innen. Positiv überrascht hat die hohe Motivation Aller, der Lehrer und gerade auch der Schüler/innen, aus der Situation das Beste zu machen, sich auf die neue Situation einzulassen und, aus Schülersicht, sich auch auf diesem Wege neue Lerninhalte zu erschließen.

#3 Für das Homeschooling mit meiner Tochter, die jetzt in der 5. Klasse ist, haben wir einen separaten Schreibtisch ins Wohnzimmer gestellt, damit sie frei von den Kinderzimmereindrücken arbeiten kann. Die Herausforderung war, das von der Schule verursachte Chaos von digitalen und analogen Medien zu sortieren und sich dann zu überlegen, wann welche Aufgaben gemacht werden müssen. Außerdem musste ich als Mutter zwischendurch helfen und mein Homeworking unterbrechen, das fordert erhöhte Konzentration. Mein Kind hatte aber keine Probleme mit der Isolation und hat sich voll und ganz in ihr Hobby gestürzt (malen, malen, malen).

#4 Anfangs waren wir Eltern sehr stark involviert, gar nicht so im fachlichen Teil sondern eher die Kinder zu motivieren sich im häuslichen Umfeld auf Schule einzulassen und zu konzentrieren. Man hat gemerkt, dass die Schulen sich schwer getan haben, sich auf die neue Lernsituation umzustellen. Immerhin gab es Wochenübersichten mit Aufgaben die gut abgearbeitet werden konnten. Als Resümee würde ich sagen, alle mussten sich auf die neue Situation einstellen.

„Sowohl die Schule als auch wir als Eltern haben nichts Unmögliches voneinander erwartet. Mittlerweile nach Woche 8 läuft es sehr reibungslos ab. „

 

 

Challenge #Wochenende

#1 Da merkt man dann doch, dass selbst das Ruhrgebiet ganz schön grün ist – eine schöne Erkenntnis nicht nur aus und für diese Zeit. Auf dem Plan standen immer Ausflüge in verschiedene Parks und Wälder in und um Essen.

#2 Eine Wanderung zum Mintarder Berg – der ist immerhin stolze 116 m hoch und stellt die östliche Grenze des Ruhrtals dar.

 #3 Besondere Ausflüge genießen wir zurzeit zum Bauernhof, hier laufen wir momentan öfter hin als sonst. Mit Bollerwagen, Fahrrad oder einfach zu Fuß. Wir haben ja mehr Zeit als sonst 😊 und die haben wir auch einfach mal zum Ausschlafen genutzt!

#4 Da das Wetter ja überwiegend trocken war, haben wir die Wochenenden überwiegend im eigenen Garten verbracht. Hier gab es nach dem Winter viel zu tun. Glücklicherweise gab es auch keine echte Ausgangssperre wie in Spanien, daher waren wir auch mal zum Wandern auf dem Rotweinwanderweg an der Ahr.

#5 Am Wochenende haben wir uns intensiv mit privaten Projekten beschäftigt, die auf der ToDo Liste standen: Gemüse auf dem Balkongarten ausgesät, Steuererklärung gemacht, Deko und Gastgeschenke für die (nun erst 2021) anstehende Hochzeit gebastelt. Und jeden Samstagabend um 20 Uhr treffen wir uns virtuell mit unserem Freundeskreis, quatschen und spielen zusammen.

 

Am Wochenende heißt es: Laptop außer Sichtweite und Hauptsache raus! Entweder ab in den Garten (zum Glück ist Gemüseanbau-Zeit) oder in die Natur.“

 

 

Challenge #Kantinenersatz

#1 Meine Kochkünste sind nicht so toll. Aber die meiner Frau umso besser. Dennoch habe ich in den 8 Wochen Homeoffice nun 9 Kilo abgenommen, da man zu Hause viel besser auf die Ernährung achten kann, als im Hotel oder fremden Kantinen.

#2 Die Kochkünste oder entsprechende Skills/Interesse sind durchaus vorhanden. Sicherlich gibt es Premiumgerichte, bei denen man handwerklich im oberen Drittel mitspielt, die ggf. dann aber auch ein wenig (zeit-)aufwendiger sind. An den Stellen an denen manche Kolleg(inn)en mich als „kochfaul“ bezeichnen, würde ich an dieser Stelle entgegnen, dass man im Homeoffice den Spagat zwischen Arbeit bzw. Arbeitszeit und qualitativ hochwertigen Gerichten hinbekommen muss. Manchmal unterstütze ich nach Abwägung dann doch mal meinen lokalen Gastronomiebetreiber ;-)

 

 

Challenge #Freizeitaktivitäten

#1 Morgensport aufgrund des wegfallenden Arbeitswegs, Wandern

#2 Wiederentdeckt ist das falsche Wort, da ich das Hobby ja schon immer mache. Aber habe ich habe selten so oft Trompete gespielt wie in den letzten Wochen. Sonst meistens nur dienstags auf der Probe. In Zeiten von Homeoffice aber nun fast täglich zu Hause.

#3 Ich male abends zur Entspannung (wieder) gerne Mandalas aus.

#4 Endlich wieder ganz viel Gartenarbeit, dank des schönen Wetters. So schön war unser Garten zu dieser Jahreszeit noch nie.

#5 Damit die Bewegung nicht zu kurz kommt, habe ich nach den ersten beiden Wochen wieder mit dem regelmäßigen Joggen angefangen – wie viele andere Millionen Menschen vermutlich auch.

#6 Ohne schlechtes Gewissen gegenüber Freunden, denen man abgesagt hat, Freitagabend gemütlich mit Sekt und Film auf der Couch verbracht.

#7 Kein Hobby, allerdings waren meine Fenster noch nie so sauber und meine Schränke noch nie so aufgeräumt.

 

„Wir haben das Spielen wiederentdeckt – von den Siedlern von Catan bis zu den Escape Games.“

 

 

Challenge #Vorfreude

#1 Die Kollegen im Büro wiedersehen, Urlaub im Ausland.

#2 Auch dauerhaft den blauen Himmel ohne Kondensstreifen genießen zu können.

#3 Reisen! Da Reisen für uns nicht nur Urlaubsgestaltung ist, sondern mit Vorbereitung der zumeist selbst individuell zusammengestellten Routen, Hotels, Sehenswürdigkeiten,… auch ganzjähriges Hobby, freuen wir uns darauf, wenn sich die Grenzen wieder öffnen und wir wieder auf Tour gehen können.

#4 Nach Corona freue ich mich zum einen darauf mit meinen Eltern und Schwiegereltern zusammen in unserem Lieblingsrestaurant essen zu gehen und ich freue mich darauf endlich wieder mit meinem Team Volleyball spielen zu dürfen!

#5 Mit Freunden wieder enger Kontakt zu haben, aber auch mal wieder Konzerte besuchen können.

 

„Auf wieder mehr Selbstbestimmtheit. Flexibel und selbst entscheiden zu können wann und wo ich arbeite sowie welche Freizeitaktivitäten ich wahrnehmen möchte.“

 

Wir stellen fest: wir haben ein tolles Team – das haben wir nicht zuletzt während der gemeinsamen #Schrittechallenge gemerkt, mit der wir uns gegenseitig zu mehr Bewegung in Homeoffice Zeiten motivieren wollten.  Manche Kollegen wurden da richtig kreativ, wenn der Gang zum Kopierer fehlt, um die gesundheitsfördernde Wirkung von mindestens 6000 Schritten am Tag zu fördern. Jemand soll sogar extra Kaffee verschüttet haben und – weil die Schritte noch nicht reichten – später eine Dose Reis hinterhergeworfen haben. Putzen bewegt eben auch. Ein anderer wiederum hat angeblich durch die Wohnung laufend Zähne geputzt. Wir lieben kreative Mitarbeiter!

 

Scheinbar sind aber ja auch abgesehen davon alle gejoggt, haben wunderbare Gärten und freuen sich auf echte Kontakte. Wir sind gespannt, wie wir uns mit dem neuen Konzept so langsam – aber „sicher“ – denn das gehört ja zu unserem Leitbild! – wieder in Richtung neuer Normalität bewegen. Wir sind aber auch ganz beruhigt, dass auch ausschlafen und faulenzen auf dem Programm standen. Denn auch wenn sich viel geändert hat und wir viele Verhaltensweisen über- und neudenken: wir bleiben doch wir selbst.

#wirsindmigosens – danke für Eure Insights in Euer Home auch mal ohne Office!

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