Ein Arbeitskulturprogramm als Anker der Transformation - und wie man diese erlebbar macht

 

Von 2015-2019 durfte ich Teil des Arbeitskulturprogramms „innogize our work“ der innogy SE sein.

Warum braucht man ein Arbeitskulturprogramm? RWE war als Arbeitgeber am Markt nicht mehr attraktiv und hatte stark damit zu kämpfen Mitarbeiter zu finden und zu motivieren. Im Rahmen eines Einsparprogramms sollte sich auch der HR-Bereich bemühen sich effizienter aufzustellen. Ich durfte Teil dieses Projektes sein. Der damalige Personalvorstand Uwe Tigges entschied, dass es in diesem Projekt darum gehen sollte, die Menschen effektiver zu machen und nicht Prozesse zu verbessern oder gar Stellen abzubauen. Jeder Mitarbeiter sollte (mehr) selbst entscheiden dürfen wann, wo und wie er arbeitet – denn schließlich kommt es ja auf das Ergebnis an. Mit der Ausgliederung der innogy SE aus der RWE im Jahr 2016 entstand eine neue Marke, die genau diese Haltung verkörpern sollte. Neben dem Freiheitsgedanken sollten vor allem Innovation, Vielfalt und Agilität zu den Grundbausteinen der neuen Unternehmung werden. Das war die Geburtsstunde einer neuen Arbeitskultur.

Die Vision der innogy: „…wir sind davon überzeugt, dass der Erfolg der innogy nur mit einer innovationsfördernden Arbeitskultur und begeisterten und qualifizierten Menschen möglich ist“. innogize our work (iow) fördert diesen Wandel und unterstützt Menschen im Unternehmen ihre eigenen Vorstellungen einer innovationsfördernden Arbeitskultur sowie ihren individuellen Weg dorthin zu erarbeiten. Denn eine neue Arbeitskultur wird nur dann glaubhaft und nachhaltig, wenn sie von innen heraus entwickelt wird. Daher habe ich als Teil des kleinen iow-Teams Impulse gegeben und Teams auf ihrer Reise des Wandels unterstützt. Vor allem aber mittels der Arbeitskultur-Werkstätten und zahlreichen Veranstaltungen ein neues Arbeiten zum Anfassen und Erleben geschaffen.

 

Arbeitskultur muss mehr als Hochglanzbroschüre sein

Eine Arbeitskultur-Werkstatt bietet Teams für einige Wochen die Chance, die neue Arbeitskultur in einem inspirierenden, offenen und flexiblen Arbeitsumfeld, dass bedarfsspezifische Raummodule nutzt und mit der neusten IT ausgestattet ist, zu erleben. Die Arbeitskultur-Werkstatt kann tageweise oder mehrere Wochen gebucht werden.

Hierbei geht es nicht nur darum, die neue Umgebung auszuprobieren, sondern auch neue Impulse für Zusammenarbeit und Führung zu geben und zu ermutigen, alte Gewohnheiten und Arbeitsweisen abzulegen und sich auf Neues einzulassen. Während ihres Aufenthalts in der Werkstatt habe ich die Teams mit interaktiven Formaten zur neuen Arbeitskultur betreut.

Zusätzlich habe ich mit dem innogize our work Team verschiedene regelmäßige Veranstaltungen in den Werkstätten angeboten. Hier können Mitarbeiter an verschiedensten Sessions rund um das Thema Arbeitskultur, New Work, Digitalisierung aber auch Gesundheit und Wohlbefinden teilnehmen. Wichtig ist, einen Impuls und neue Anregungen mit in seinen Arbeitsalltag mitzunehmen und dort mit anderen Kollegen zu diskutieren, auszuprobieren und Themen zu transferieren.

Einige Auszüge aus diesen Sessions, die teilweise selbst und teilweise mit externen Impulsgebern angeboten wurden:

  • Was ist New Work und was bedeuten die damit aufkommenden Stichworte für unser Unternehmen?
  • Impulsvortrag warum Innovation und Agilität heute wichtig ist
  • Welche Methodiken können dies unterstützen?
  • Angebote zu Design Thinking, Lego oder SCRUM Workshops
  • Welche Vision haben wir als Unternehmen und wie erlebe ich diese an meinem Arbeitsplatz?
  • Achtsamkeits-Workshops
  • Künstliche Intelligenz – wie und wo betrifft uns das?
  • Fehlerkultur
  • Cross-Funktionale Vorstellung von Projekten und Themen
  • Vielfalt fürs Unternehmen - Kulturelle Unterschiede in der innogy
  • uvm.

 

Aus diesen Veranstaltungen ergibt sich oft eine Reise, auf die sich die Kollegen dann mit oder ohne die Hilfe des innogize our work Teams machen. Mehrere hunderte Teams und in Summe ca. 4500 Mitarbeiter haben wir in den etwas über 3 Jahren betreut.

„Natürlich vertraue ich meinen Mitarbeitern“

Heute bin ich glücklich diese Erfahrungen aus 13 Jahren im RWE/innogy Konzern und explizit die letzten 4 1/2 Jahre im Arbeitskulturprojekt bzw- programm bei anderen Unternehmen einbringen zu können. In fast 700 Workshops tauchten fast immer die gleichen Fragen auf: „Aber wie soll das gehen? Wozu brauche ich das? Woher weiß ich, dass meine Leute arbeiten?“ Diese Fragen müssen wir immer gemeinsam beantworten – individuell und auf die Teams zugeschnitten.

Sehr beliebt ist auch der Satz: „Natürlich vertraue ich meinen Leuten“. Aber wie oft die Wahrnehmung auf der anderen Seite anders war, als es sich die Führungskräfte ausgemalt haben, das war unfassbar spannend. Ich habe gelernt, dass es Zeit ist, den Mitarbeitern gemeinsam mit ihren Führungskräften eine Plattform zu geben, um über ihre Erwartungen aneinander und den Sinn ihres gemeinsamen Tuns zu sprechen. Dafür brauchen sie den Raum – im doppelten Sinne -, um an sich zu arbeiten.

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